Del 12 Octubre al 9 Noviembre de 2014
Obras pertenecientes a los ciclos: “Nave de Necios”

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Seltsames und Lebensechtes faszinieren

Von: Jule Klieser Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2014, 10:27 Uhr

STOLBERG. „Das Narrenschiff“ ist derzeit in der Stolberger Burg in Form einer Gemäldeausstellung unterwegs. Hildegard Nießen, ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin, eröffnete die Schau von Arbeiten des Künstlers Alejandro DeCinti in der Burggalerie am Wochenende.

Sie sind im Leben und auf dem Gemälde Freunde: der Kurator Rafael Ramirez Maro (l.) und der Künstler Alejandro DeCinti, der einige seiner Gemälde derzeit in der Burggalerie ausstellt. Foto: J. Klieser

Sie sind im Leben und auf dem Gemälde Freunde: der Kurator Rafael Ramirez Maro (l.) und der Künstler Alejandro DeCinti, der einige seiner Gemälde derzeit in der Burggalerie ausstellt. Foto: J. Klieser

Die von skurriler Fantasie überbordenden, teilweise großformatigen Bilder greifen Themen der mittelalterlichen Literaturvorlage auf, dem „Narrenschiff“ von Sebastian Brant. Um menschliche Laster und Schwächen geht es in diesem satirischen Werk, und Alejandro DeCinti transportiert diese bildgewaltig mit alter Maltechnik in die heutige Zeit. Intensiv und manchmal alptraumhaft wie Bilder der alten Meister wirken diese Gemälde, und es ist nicht sicher, wie viel Ernst und wie viel Augenzwinkern der Künstler hineingelegt hat. Sicherlich will er seine Familienangehörigen, deren Porträts in den Narrenschiff-Geschichten verewigt sind, weder dem Spott noch der Seelenschau preisgeben. Sich selbst nimmt der Künstler jedoch auf die Schippe mit dem Bild „Schiffbruch“, auf dem sein Kopf in einem Boot über einen stürmischen Ozean treibt. Aus seinem Kopf, dem „Kopf eines großen Ego“, wächst ein kahler Baum mit Mensch im Geäst. Das sind seine Hirngespinste, erklärt DeCinti. Das Meer sei Symbol für das Leben, das Schiff ist das Individuum. „Ein Mensch geht durch das Leben, manchmal ist es ein gutes, manchmal ein schlechtes Leben. Es nimmt kein gutes Ende, wenn man Dummheiten macht“, erläutert DeCinti seine Sicht auf die mittelalterliche Moralschrift und was davon auch heute gilt.

Übertriebene Darstellungen

Mit seinen Bildern möchte er zum Nachdenken anregen. Wenn der Betrachter die zugrunde liegenden Geschichten kennt, kann das gelingen. Von einem Stein der Verrücktheit, der alles böse macht, erzählt eine Legende. Im Bildnis einer liegenden Frau, die die Züge von DeCintis Ehefrau trägt, kann ein Alchimist den fatalen Stein von ihr entfernen. Mit ziemlich eigenartigen Sujets und teilweise übertriebenen Darstellungen ist der Betrachter also konfrontiert. Doch der Faszination des Seltsamen und dem starken, lebensechten Ausdruck der Figuren kann sich keiner entziehen. Von den vielen Preisen, Auszeichnungen und Projekten des Künstlers, der in 1973 Chile geboren wurde und heute in Spanien lebt, berichtete Luis Alvarez, ehemaliger Prokurist und Werksleiter von KME, in seiner Ansprache bei der Ausstellungseröffnung. Er beschrieb DeCinti als einen herausragenden Vertreter des zeitgenössischen spanischen Realismus. Alvarez: „Die Visionen des Künstlers bekommen mit Hilfe von Licht, Farben und Formen eine neue Realität.“ Seltsames und Lebensechtes faszinieren – Lesen Sie mehr auf: http://www.aachener-zeitung.de/lokales/stolberg/seltsames-und-lebensechtes-faszinieren-1.936386#plx690824658

Bilderzyklus zu mittelalterlicher Moralsatire

Maler Alejandro Decinti stellt im Rahmen der artibus-ausstellungsreihe in der Burg-Galerie aus

STOLBERG. Nachdem sich Kurator und Künstler Rafael Ramírez Máro in der ersten Artibus-Ausstellung mit malerischen Mitteln der literarischen Vorlage „La Celestina“ gewidmet hat, schließt sich mit der letzten 2014er Artibus-Schau der Kreis. Der in Madrid lebende chilenische Künstler mit italienischen Wurzeln Alejandro DeCinti ließ sich für einen umfangreichen Bilderzyklus ebenfalls von der Literatur inspirieren, und seine Werke sind ab Sonntag, 12. Oktober, in der Burg-Galerie zu sehen. DeCinti nimmt „Das Narrenschiff“ als Grundlage seiner eindrucksvollen Serie. Sebastian Brants spätmittelalterliche Moralsatire wurde 1494 erstmals gedruckt.

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Mit faszinierendenWerken widmet alejandro DeCinti sich in der nächsten artibus-kunstausstellung in der stolberger Burg der literarischen Vorlage „Das Narrenschiff“. Foto: Veranstalter

Drei Jahre später erfolgte die Übersetzung ins Lateinische und darauf in verschiedene Landessprachen, so dass das erfolgreichste deutschsprachige Buch vor der Reformation in ganz Europa Verbreitung fand. Brant hält im „Narrenschiff“ der Gesellschaft den Spiegel vor, zeigt mittels Übertreibung und Karikatur die menschlichen Schwächen auf, kritisiert den vorherrschenden Zeitgeist. Diese Kritik des Humanisten Sebastian Brant bezüglichLaster undDummheit der Menschen überträgt Alejandro DeCinti äußerst kunstvoll in seine Werke. Der Maler hinterfragt das menschliche Naturell psychologisch etwa mit intimen Einblicken in das Alltägliche. Für die in der Burg-Galerie gezeigten groß- und mittelformatigen Exponate bedient Decinti sich der altmeisterlichen Technik des „Chiaroscuro“ – der in der Spätrenaissance und im Barock entwickelten Hell-Dunkel-Malerei. DeCinti schlägt die Brücke von der mittelalterlichen Literaturvorlage über Malstil von Renaissance und Barock bis hin zur Moderne. Seine Bilder weisen eine tiefe Anziehungskraft auf, sie vereinen nicht nur verschiedene Epochen sondern sind zeitlos wie anscheinendmanche menschliche Fehlbarkeiten. Der Schiffbruch ist die Metapher für die widersprüchliche bis absurde Existenz des Menschen in dem von der Menschheit selbst geschaffenen Kontext. Das Scheitern ist vorprogrammiert wie abwendbar gleichermaßen, das Problem und die Lösung sind identisch: der Mensch. Vor der Eröffnung der Ausstellung im Rahmen des städtischen Kulturprogramms findet ebenfalls im Wahrzeichen der Kupferstadt ein klassisches Konzert statt: Anne- Sophie Lamaire (Violine) und Rafael Theissen (Piano) intonieren am Nachmittag im Rittersaal anlässlich des spanischen Nationalfeiertags Sonaten für Violine und Klavier, bevor am frühen Abend die Vernissage zu der Artibus- Schau „Das Narrenschiff“ mit den Werken von DeCinti in der Burg- Galerie beginnt.

(dim)

Die Vernissage der artibus-ausstellung „Das Narrenschiff“ mit Werken von Alejandro DeCinti beginnt am sonntag, 12. oktober, um 18 Uhr in der Burg-Galerie, Faches-Thumesnil- Platz. Die ausstellung ist bis einschließlich sonntag, 9. November, bei freiem eintritt zu sehen. Öffnungszeiten der Burg-Galerie: dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 19 Uhr. Ein Konzert mit sonaten für Violine und klavier anlässlich des spanischen Nationalfeiertags präsentieren vor der eröffnung der kunstausstellung anne-sophie Lamaire (Violine) und Rafael Theissen (Piano) um 16 Uhr im Rittersaal der Burg. 1-dahmen-artibus

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